Widerstand als Botschaft erkennen

wog | 15. September 2011

Grube graben

Ein Beitrag von Bruno Burkart

Ihre Organisation steht vor großen Herausforderungen und muss umgebaut werden. Sie als Führungskraft wissen, dass für Ihre Mitarbeiter große Veränderungen anstehen. Projekte werden aufgesetzt, Mitarbeiter und Belegschaftsvertreter werden informiert und in die Projektarbeit mit einbezogen. Sie sind bemüht, die Notwendigkeit der Veränderungen glaubhaft zu vermitteln, und haben das Gefühl, dass die Botschaft angekommen ist. Trotzdem werden vereinbarte Maßnahmen wieder hinterfragt oder nur halbherzig umgesetzt. Es ist spürbar „Sand im Getriebe“.

Widerstand wird nie ohne Grund geleistet, er enthält immer eine Botschaft, häufig eine der folgenden:
  • Sie konnten die Notwendigkeit der Veränderung nicht ausreichend glaubhaft vermitteln. Niemand verändert sich gerne, und schon gar nicht, wenn es nicht unbedingt notwendig ist.

  • Die Mitarbeiter haben in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht und glauben den Zusagen des Managements daher nicht.

  • Die Mitarbeiter sind von den Veränderungen negativ betroffen und erwarten sich keine Vorteile. Zum Umgang mit Widerstand ist es hilfreich, diese drei typischen Ursachen von Widerstand zu erkennen:
    1. Sachliche Bedenken
    2. Ängste
    3. Eigeninteressen

Je nach Ursache finden Sie in den Tipps unterschiedliche Möglichkeiten des Umganges.

Tipp 1 Nutzen Sie sachliche Bedenken oder Einwände von Mitarbeitern als Quelle zur Verbesserung Ihrer Konzepte. Stellen Sie sich der inhaltlichen Auseinandersetzung und Sie haben die Chance, aus „Widerständlern“ Mitstreiter zu machen.

Tipp 2 Wenn Menschen aus Angst Widerstand leisten, werden sie auf Sachargumente nicht positiv reagieren, wohl aber auf einfühlsames Vorgehen. Versuchen Sie, die Ängste durch Nachfragen und Zuhören zu verstehen. Nicht Beschwichtigen oder Verharmlosen, sondern sich dem Problem stellen und faire und klare Lösungen suchen!

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